Berlin-Kreuzberg, Heilig-Kreuz-Kirche.

Die Heilig Kreuz-Kirche wurde umgebaut zu einem kirchlichen Kommunikations- und Dienstleistungs- Zentrum

Die riesige Backsteinkirche aus der wilhelminischen Zeit liegt nur wenige hundert Meter vom Zentrum der Stadtmission entfernt. Doch hier bekommen die Besucherinnen und Besucher aus Backnang einen ganz anderen Ansatz kirchlicher Arbeit zu Gesicht. Das enorme neugotische Kirchengebäude war schon bei seiner Einweihung durch Kaiser Wilhelm zu groß. Als Ausdruck für kaiserliche Macht und kirchliche Moral, die von oben kam, wurde dieses Haus damals gebaut. Pfarrerin Dagmar Apel steht heute für eine ganz andere kirchliche Arbeit in diesem Gebäude. „Unsere Kirche lebt davon, dass hier auch etwas geschieht“ sagt sie und erzählt, wie man den Kirchenbau mit Leben füllte.

 

Den Gemeindegliedern war der Kirchenraum schon immer zu groß. Viele fühlten sich darin nicht mehr wohl. So baute man die Kirche innen um. Der Gotttesdienstraum wurde verkleinert und das restliche Gebäude in ein modernes Kommunkations- und Dienstleistungszentrum umgewandelt. Der vordere Teil des Kirchenschiffes und die Seitenschiffe wurden für Gemeinderäume abgetrennt; ein großes Quadrat aus Metallpfosten und Laufgängen über den Besuchern markiert die heutige Mitte des Kirchenraums, der mit Polsterstühlen und einem transportablen Altar bestückt ist. Der Raum wirkt ansprechend und warm. Ein großes viertieliges Segel spannt sich über dem Quadrat wie ein großes Kreuz. Hoch über dem Gotttesdienstraum befinden sich die Büros der kirchlichen Mitarbeiter. Die Kirche ist ein offenes Haus und ist die ganze Woche über geöffnet. Menschen mit ganz verschiedenen Anliegen kommen hierher.

 

Die Kreuzkirche engagiert sich in einer umfangreichen sozialdiakonischen Arbeit. Ein bestehendes Gemeindehaus wurde beim Kirchenumbau in ein Obdachlosenheim umgewandelt. In der Kreuzkirche wird für sie ein Mittagstisch angeboten. Ein Sozialarbeiter steht zur Beratung für Arme und Sozialhilfeempfänger bereit. In Kreativkursen versucht man den Menschen ihr verlorenes Selbstbewußtsein wieder zurück zu geben. Die Mittel dafür erhält die Gemeinde zum Teil aus städtischen Mitteln oder auch aus eigenen Einnahmen wie der Vermietung des neuen kirchlichen Zentrums an Firmen, Konzerte oder private Anbieter. Eine intensive Kulturarbeit erhöht die Anziehungskraft der Reformgemeinde. „Sie erlebt immer mehr Zulauf“, erklärt Dagmar Apel stolz. Denn wie bei der Stadtmission wird auch hier sichtbar, dass eine gute kirchliche Arbeit keine Werbung nötig hat. „Die Arbeit an sich ist Werbung für die Gemeinde“ so die Pfarrerin, der man abspürt, dass diese Arbeit sie viel Mühe kostet, ihr aber auch viel gibt.

 


 
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