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Do you love your teachers?

Kategorie: Partnerschaft


Zu einem Besuch der Gewerblichen Schule in Backnang hatte sich die Partnerdelegation des Bezirks Kapstadt in Südafrika angemeldet. Die sechs Mitglieder der Moravian Church lernten dabei das deutsche Berufschulsystem kennen und wurden durch die Werkstätten der Gewerblichen Schule begleitet.

„Do you love your teachers (mögen Sie Ihre Lehrer)“ fragt Wilma aus Kapstadt die Schüler des Beruflichen Gymnasiums in Backnang. Wilma arbeitet bei der südafrikanischen Polizei in der Sicherheitsberatung. Die Schüler schauen etwas verlegen drein und antworten nicht. „Ich meine, dass es wichtig ist, dass Ihr eure Lehrer schätzen lernt, denn sie begleiten euch in eure Zukunft“ sagt Wilma sinngemäß den angehenden Abiturienten im Backnanger Berufschulzentrum. Daraufhin ist das Eis gebrochen. Wie man in Südafrika mit AIDS umgehe fragen die Schüler Melvelyn, der früher als Rettungssanitäter tätig war und heute Sanitäter ausbildet und sie über AIDS aufklärt. Und Stephanus gibt Auskunft darüber, was ein Fabrikarbeiter im Motorenwerk von Daimler-Benz in Atlantis, einer Stadt in der Nähe von Kapstadt, verdient. Er ist stolz, zu der deutschen Firma zu gehören, bei der er mit 700 Euro im Monat als Vorarbeiter für südafrikanische Verhältnisse sehr gut verdient. Er möchte unbedingt in den nächsten Tagen das Motorenwerk in Mannheim besuchen, wenn das voll gefüllte Besuchsprogramm der Delegation beim evangelischen Partnerbezirk in Backnang es zulässt.

 

Nach dem Besuch im Unterricht geht es auf Entdeckungstour durch die Ausbildungswerkstätten der Gewerblichen Schule in Backnang. Der stellvertretende Schulleiter Reiner Immik führt die sechs neugierigen Besucher durch die Maler- und Autowerkstätten. Stephanus entdeckt dabei freudestrahlend in der Metallausbildung die moderne CNC-Fräsmaschine, wie er sie auch aus seinem Werk in Atlantis kennt. Und Davina schmunzelt über den frisch gebackenen Nusszopf, der den Besuchern in der Backstube angeboten wird. Zuhause ist sie Personalleiterin in einem großen Betrieb. Nur Peter hat Schwierigkeiten mitzukommen. Beim Schnelldurchgang durch das Labyrinth der Werkstätten muss er sich immer wieder hinsetzen. Die Deutschen hätten keine Zeit, meint er kopfschüttelnd über das German Tempo. Zuhause hatte der beleibte Pensionär selbst einen Betrieb mit zwölf Mitarbeitern. Als Kleinunternehmer hatte er angefangen aus Plastikresten Becher und Behälter zu pressen. Am Ende wurde daraus ein eigener Betrieb im Plastikmüll-Recycling mit eigenen Maschinen und Produkten.

 

Beim anschließenden Mittagessen in der neugestalteten Mensa des Berufschulzentrums sind die Besucher wie erschlagen. Was mag ihnen durch den Kopf gehen? Dass ein Metall-Lehrling in Deutschland fast genauso viel verdient wie Stephanus bei Daimler-Benz in Südafrika; dass vieles bei Ihnen zuhause im aufstrebenden Südafrika ganz ähnlich ist wie hier im reichen Deutschland; dass den Deutschen die Berufsausbildung ihrer zukünftigen Fachkräfte so wichtig ist, dass sie hier in einer weiterführenden Schulausbildung auf den späteren Beruf professionell vorbereitet werden? Die Besucher werden still beim Mittagessen. Ein Gebet wird gesprochen und das Programm vom Nachmittag erläutert. Dann hört man nur noch Unterhaltungen auf Afrikaans, der aus dem Holländischen stammenden Heimatsprache der meist farbigen Mittelklassebürger. Alles konzentriert sich jetzt auf August, den Pfarrer von Atlantis, der die Gruppe von Mitgliedern aus der Moravian Church begleitet. Seine evangelische Missionskirche wurde im 18. Jahrhundert von deutschen Missionaren der Herrenhuter Brüdergemeine gegründet. Alle drei Jahre besuchen sich die Partnerbezirke Backnang und Kapstadt gegenseitig mit einer Delegation.



 
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