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Systemrelevant


... und lebenswichtig!

Es gibt wohl kaum ein Fremdwort, das in den letzten Wochen so oft und bedeutungsvoll gebraucht wurde wie dieses: systemrelevant. Es bezeichnet alles, was es braucht, so dass das gesellschaftliche Rad rund läuft. Dabei wurde – für manche unter uns mitunter schmerzlich – offenkundig, dass man Kirche und ihre Gottesdienste – im Gegensatz zu ihren diakonischen Taten in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Kindergärten - in unserer Gesellschaft weithin für nicht systemrelevant hält.

Um nicht missverstanden zu werden: Ich habe das zeitweilige Aussetzen der Gottesdienste in der herkömmlichen Versammlungsform in der Akutphase der Pandemie als Zeichen der gesellschaftlichen Solidarität und der Nächstenliebe für richtig gehalten und dabei an das Jesuswort gedacht, dass der Mensch nicht für den Sabbat, sondern der Sabbat für den Menschen gemacht ist (Markus 2, 27).

Allerdings erscheint es mir auch wichtig, nicht ganz aus dem Blick zu verlieren, was für frühere Generationen noch selbstverständlich war: Dass in einem Gottesdienst Menschen für andere, für ihr Land und die Welt beten und Kraft und Orientierung zu gutem Handeln bekommen, dient nicht nur ihrer eigenen geistlichen Erbauung, sondern ist ein Wert für die Allgemeinheit.

Und wenn Kirche in ihrer prophetischen Funktion darauf hinweist, dass jedes System, auch das beste, nicht universal gültig ist, sondern seine Voraussetzungen und Begrenzungen hat, dann kann sie damit einer freiheitlichen Gesellschaft gleichfalls einen guten Dienst leisten. Auch durch das Erinnern daran, dass menschliches Leben eben nicht nur wie ein Rad oder ein Uhrwerk funktioniert, sondern, um ganz und heil zu sein, Lebensmut und Lebenssinn braucht. Gottesdienst und Abendmahl/Eurcharistie, Taufe und Konfirmation/Kommunion, kirchliche Trauung und Bestattung, kirchlicher Unterricht und letztlich auch die Diakonie tragen die Botschaft des Regenbogens und des Kreuzes in sich: In Gottes Hand wird alles gut.

So gesehen kann die schmerzliche Unterbrechung der Corona-Krise auch Chancen in sich tragen: Vielleicht eine Ermutigung hin zu mehr ehrlichen, langfristigen Bilanzen, weg von kurzfristigem Jagen nach Gewinn und Sensationen. Vielleicht den Impuls, den Dienst am Menschen höher zu schätzen, als wir das bisher getan haben, bis hinein in die Bezahlung. Vielleicht die Erfahrung, Zeiten von Entschleunigung als Wohltat für die Seele neu erkennen. Und in alledem eine Ahnung davon, dass das wahr ist: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein (Matthäus 4,4).

Dekan Wilfried Braun, Backnang



 
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