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Mehr Gutes!


Gedanken zum Erntdank

Erntedank folgt dem Tag der Einheit. Beides unterliegt dem Corona- Infektionsschutz. Kommt da Freude auf?

Einheitsfeiern per Videoschalte, nur dezentrale Orte der Gastlichkeit in Potsdam mit womöglich folienverpackten kulinarischen Schmankerln aus den Bundesländern. Erntedank ohne Musikverein und Kindergartenkinder mit ihren Körbchen am Altar? Corona hat unser Land und unser Feiern verändert.


Doch gerade das, was wir dieses Wochenende feiern, fußt auf tiefgreifenden Veränderungen. Ohne Entspannungspolitik im Nachkriegsdeutschland und ohne Gorbatschows Perestroika würden wir keinen Tag der Einheit der Deutschen feiern.


Und ohne die Abkehr vom bloßen Sattwerden hin zu einer wertschätzenden Freude am Essen und Trinken gäbe es keinen Erntedank. Corona ließ den Wert guter Lebensmittel bedeutsam werden. Im Lockdown haben viele das Selberkochen und die Tischkultur neu für sich entdeckt.


Aber auch die grausamen Entgleisungen für Billigware wurden sichtbar: Schlachtfabriken, aber auch die Erntesaison leben von Lohndumping und entwürdigender Unterbringung mitten in Europa. Vom Tierwohl ganz zu schweigen.


Dankbarkeit setzt Empathie voraus. Mitgefühl für die Menschen in der Landwirtschaft und im Lebensmittelhandwerk, Mitgefühl für Tiere und Landschaft. Der Apostel Paulus schreibt schon lange vor der Industrialisierung der Landwirtschaft vom Seufzen der Kreatur. Hören wir die Klagerufe der Mastschweine, der Muttersauen, der Tiere auf endlosen Schlachttransporten oder im Wartebereich der Fleischfabriken?


Wer dem Tier, dessen Milch wir trinken oder dessen Fleisch wir essen, wirklich Danke sagen will, der oder dem muss eine faire Tierhaltung und Schlachtung am Herzen liegen. Fair für Tier und Mensch. Oder man muss Vegetarier*in werden.


Veränderung bringt Grund zum Feiern. Corona sollte uns jetzt zum Umsteuern motivieren: In der Klimapolitik, aber eben auch beim Tierwohl und bei gerechten Preisen für unsere Ernährung. Manche Supermärkte lassen erkennen, wie die Tiere der Fleischpackungen gehalten wurden. Fragen wir nach, warum oft nur die Minimalstandards vorrätig sind. Und kaufen wir dann beim Metzger des Vertrauens, weniger, aber Gutes. Ein konkreter Schritt zur Veränderung, ein neuer Grund zum Feiern!



Steffen Kaltenbach, Pfarrer, Fornsbach-Kirchenkirnberg.



 
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