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Kirchweih


und liebgewordene Kirchengebäude

Kirchweih – oder wie man bei uns im Schwabenland vielerorts sagt: Kirbe – steht heute nur noch in wenigen Kalendern unter dem 3. Sonntag im Oktober. Ich finde das ein bisschen schade, hat für mich doch dieses Wort von Kindheit an einen guten Klang. Natürlich haben dazu die duftenden Kirbe-Kuchen beigetragen, von denen man auf dem Heimweg von der Schule, der am Backhaus vorbeiführte, ein Stück abbekam und gewiss auch die bunten Jahrmärkte. Dass Kirchweih eigentlich ein Fest ist, dem die Freude über das Kirchengebäude zugrunde liegt, habe ich erst später verstanden.

Heutzutage ist – von örtlichen Ausnahmen abgesehen – von der ehemals weiten Verbreitung dieses Festes kaum mehr etwas übrig. In diesem Jahr hätten wir es aus Pandemiegründen ohnedies absagen müssen, so wie es gerade ja auch den meisten Weihnachtsmärkten ergeht.

Nun wäre es einmal interessant, der Frage nachzugehen, wie viele Menschen sich heute noch daran freuen, eine Kirche in ihrer Nähe zu haben. In alten Chroniken kann man nachlesen, wie groß die Freude war, als Orte wie Sechselberg oder Grab ihre eigene Kirche bekamen und die Bewohner beim sonntäglichen Kirchgang nicht mehr stundenlange Fußmärsche in Kauf nehmen mussten. Und wie es dann geradezu sprichwörtlich wichtig wurde, immer „die Kirche im Dorf zu lassen“.

Im Fall der seit Februar 2019 wegen Renovierung geschlossenen Stiftskirche habe ich den Eindruck, dass das Fehlen eines Kirchenraums auch heute noch vielfach schmerzlich wahrgenommen wird. Nicht nur die Brautpaare, die gerne in der Stiftskirche getraut werden wollen und nicht nur die unter Pandemie-Bedingungen fehlende Raumgröße, auch dass man beim Sonntagsspaziergang, bei der Stadtführung oder einfach mal zwischendurch nicht geschwind hinein gehen kann, fehlt.

Eine Zeitlang hatte ich gehofft, der Kirchweihsonntag 2020 würde für unsere Backnanger Stiftskirche zum Sonntag der Kirchenwiedereinweihung werden. Seit einem halben Jahr aber war klar: Das ist nicht zu schaffen. Probleme mit dem Außenputz und den spätgotischen Fensterverzierungen, aber auch denkmalrelevante Ausgrabungen sind die Hauptursachen dafür.

Gott sei Dank gibt es aber auch gute Nachrichten: Auf der Nordseite erstrahlt die Fassade bereits in neuem Glanz, genauso wie die Chorfenster. Auch das Sternnetzgewölbe und die kunstvolle Holzdecke im Innenraum wecken bereits die Vorfreude auf die Wiedereinweihung, auch wenn es nun noch ein paar Monate dauern wird.

Was mich aber am meisten freut: Viele der Handwerker sind nicht nur mit großem Sachverstand, sondern auch mit viel Herzblut am Werk. Und wie viel Rückenwind für das Vorhaben verspürt man bei einem Besuch bei den Ehrenamtlichen der Stiftsbauhütte oder dadurch, dass die Spendenbereitschaft nicht nachlässt!

„Wie lieb sind mir deine Wohnungen, HERR Zebaoth!“ Dieser jahrtausendealte Ausruf des Beters des „Kirchweih-Psalms“ 84 ist offensichtlich immer noch Leitwort für viele.



 
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