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Wo sind die Propheten hin?


Wo sie heute sprechen sollten...

Man fragt sich manchmal: Müssten sie nicht kommen? Müssten sie sich nicht zu Wort melden? Jetzt. Die Propheten. So wie Amos damals in Bethel. Er hatte nicht sehr freundlich von dem damaligen König Israels gesprochen. Und vor allem das im Land herrschende Unrecht angeprangert. „Höret dies Wort…, die ihr den Geringen Gewalt antut und schindet die Armen und sprecht…: Bringt her, lasst uns saufen!“(4,1). Oder folgendes: „Höret dies, die ihr die Armen unterdrückt und die Elenden zugrunde richtet und sprecht: Wann will denn der Neumond (ein Fest) ein Ende haben…, dass wir Korn feilhalten können und das Maß verringern und den Preis steigern… damit wir die Armen um Geld bringen.“ (8,4-6) Höchst aktuell und herausfordernd lesen sich diese Sätze. Und man kommt nicht umhin, an so manches zu denken, was heute ganz selbstverständlich und normal erscheint. Bei Lichte besehen profitieren wir, die Bürger einer Industrienation, von Strukturen des Unrechts und der Ausbeutung. Vieles ist leider unbekannt, weil wir’s auch nicht wissen wollen. Woher kommt die preisgünstige Jeans? Warum sind Bananen oft billiger als einheimische Äpfel? Wo wachsen die Rosen, die zu jeder Jahreszeit in unseren Blumengeschäften angeboten werden? Unwillkürlich fragt man sich: Wo sind sie denn, die Propheten? Was hätten sie uns zu sagen, jetzt, in dieser Zeit?
Einer dieser Propheten ist für mich Jean Ziegler. Nein, er ist kein Kirchenmann. Das war Amos übrigens auch nicht. (siehe 7,14) Jean Ziegler ist schweizerischer Politologe und war Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung. Er wird nicht müde, unsere „kannibalische Weltordnung“ anzuprangern. Alle fünf Sekunden, so erwähnt er immer wieder in seinen Vorträgen, verhungert auf dieser Erde ein Kind. Eine Milliarde der Menschheit ist chronisch unterernährt. Dabei wäre die Weltlandwirtschaft durchaus in der Lage, sogar 12 Milliarden Menschen zu ernähren. Es mangelt also an der gerechten Verteilung der Nahrungsmittel.
Ich bewundere die Unermüdlichkeit, mit der der 83jährige Jean Ziegler unterwegs ist. Und ich frage mich: Hören wir die Botschaft des Propheten? Eine Frage, die man sich zu Beginn des neuen Jahres durchaus mal stellen sollte.


Hans-Christoph Werner, Burgstall



 
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