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Rückblick, Aufbruch und ein historischer Grundsatzbeschluss

Letzte Sitzung der Ev. Bezirkssynode in dieser Legislaturperiode - sie setzte dabei deutliche Akzente für die Zukunft. Neben einem emotionalen Rückblick standen dabei vor allem strukturelle Weichenstellungen im Fokus, allen voran ein Grundsatzbeschluss zum Zusammenschluss von Kirchenbezirken im Rems-Murr-Kreis. Backnang bleibt Dekanatsort.

Bezirkssynode im November 2025 in der Markuskirche Backnang

Prälat Ralf Albrecht

Blick in die Sitzung der Bezirkssynode in der Markuskirche Backnang

Bilder von Tobias Weimer Auf dem Podium von links nach rechts: Tabea Lehmann (Beauftragte für den Ev. Kirchenbezirk Backnang) [soll heißen: zuständig für Verwaltungsaufgaben im Kirchenbezirk] Dekan Rainer Köpf (2. Vorsitzender der Bezirkssynode) Dieter Handel (1. Vorsitzender der Bezirkssynode) Am Pult: Prälat Ralf Albrecht

Kurz vor der Kirchenwahl der Evangelischen Landeskirche am 1. Advent, 30. November, hat vergangenen Freitag nochmals die Synode des Kirchenbezirks Backnang getagt. Sie setzte dabei deutliche Akzente für die Zukunft. Denn neben einem emotionalen Rückblick standen dabei vor allem strukturelle Weichenstellungen im Fokus, allen voran ein Grundsatzbeschluss zum Zusammenschluss von Kirchenbezirken der beinhaltet, dass Backnang Dekanatsort bleibt.

In den zurückliegenden Monaten hat der Heilbronner Prälat Ralf Albrecht den Kirchenbezirk besucht. Im Abschlussbericht zur sogenannten Visitation beschrieb er vor der Synode in persönlichen Worten seine Erfahrungen und zeichnete ein eindrucksvolles Bild des Kirchenbezirks. Sinnbildlich sprach er von einem „Bergweg“, dessen Anstrengungen und Herausforderungen nach seiner Wahrnehmung mit großartigen Aussichten, starker Gemeinschaft und vielfältiger Musik einhergehen.

Albrecht würdigte das Engagement der Menschen vor Ort und die hohe Qualität der kirchlichen Arbeit. Zugleich bemerkte er, dass manche im Bezirk müde geworden seien – eine Folge der vielen Veränderungen der vergangenen Jahre. Doch sein Appell war eindeutig: nach vorne schauen, sich einbringen, etwas von sich selbst geben. „Geben ist seliger als Nehmen“, erinnerte er die Synodalen und ermutigte den Bezirk zum aktiven Mitgestalten.

Einen weitreichenden Beschluss fasste die Synode am Freitag, der den Kirchenbezirk in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird. Mit nur zwei Gegenstimmen stimmten die Synodalen einem Grundsatzbeschluss zum Zusammenschluss der Kirchenbezirke Backnang, Schorndorf und Waiblingen zu. Die Bezirkssynode von Schorndorf hatte den Beschluss bereits zuvor angenommen, die Waiblinger Bezirkssynode tagt diese Woche Freitag, 21. November. Der Beschluss, den der Oberkirchenrat nun als Vorlage für ein entsprechendes Gesetz ausarbeiten soll, umfasst drei zentrale Punkte:

Der neue gemeinsame Kirchenbezirk soll den Namen „Evangelischer Kirchenbezirk Rems-Murr“ tragen. Der Sitz des Kirchenbezirks und des geschäftsführenden Dekanatamtes wird Waiblingen und die Umsetzung ist auf den 1. Januar 2028 datiert.

Neben dem geschäftsführenden Dekanatamt, das mit der Pfarrstelle Michaelskirche Süd in Waiblingen verbunden wird, soll es im Kirchenbezirk Rems-Murr künftig noch ein nicht geschäftsführendes Dekanatamt in Backnang geben, verbunden mit der Pfarrstelle Stiftskirche West. Wie die Aufgaben zwischen den beiden Dekanatsstellen konkret aufgeteilt werden, ist noch offen. Diese Fragen sollen die nach der Kirchenwahl neu konstituierten Bezirkssynoden im kommenden Jahr weiter beraten. Dazu werden verschiedene Arbeitsgruppen eingerichtet, die die Strukturen des neuen Großbezirks ausgestalten sollen.

Neben Haushaltsthemen wurden personelle Wechsel mitgeteilt: Mit Niklas Huber hat ein neuer Vikar seine praktische Ausbildung zum Pfarrer in Murrhardt begonnen, während Ulrich Haacke-Schweikert aus dem Leitungsteam der Evangelischen Regionalverwaltung an seiner letzten Synodalsitzung vor seinem Ruhestand teilnahm und gebührend verabschiedet wurde. Seine Nachfolgerin Andrea Schreiber ist im Kirchenbezirk eine alte Bekannte, war sie doch bis vor einem Jahr Kirchenbezirksrechnerin und Kirchenpflegerin in Backnang.

So zeigte die Bezirkssynode Backnang deutlich: Zwischen Dankbarkeit für das Geleistete und Respekt vor dem kommenden Wandel bleibt der Kirchenbezirk entschlossen, den Weg weiterzugehen, Schritt für Schritt, wie auf einem Bergweg, den Prälat Albrecht so treffend beschrieben hatte.

 

Salome Kößner für den Ev. Kirchenbezirk Backnang