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Backnanger Pfarrkonvent in Wittenberg zu Martin Luther und Paul Gerhardt

Nach Wittenberg führte der diesjährige Pfarrkonvent im Juni 19 Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenbezirks Backnang. An den Quell-Orten der Reformation studierten die Theologinnen und Theologen das Wirken von Martin Luther und Paul Gerhardt.

Teilnehmende Pfarrerinnen und Pfarrer beim Pfarrkonvent unter dem Paul-Gerhardt-Denkmal in Lübben/Spreewald

Dekan Rainer Köpf hat schon zahlreiche Reisen auf den Spuren dieser beiden Persönlichkeiten organisiert. Deren Wirken ist für die Identität der evangelischen Kirche grundlegend. Er erinnerte die Pfarrergruppe an die geistlichen Zusammenhänge zwischen dem Prediger Martin Luther und dem Lieddichter Paul Gerhardt. Gerhardts 350. Todestag, der in diesem Jahr begangen wird, war der äußere Anlass für diese Studienfahrt. Bei einer Führung durch Wittenberg wurde gezeigt, wie Martin Luther die 1502 neu gegründete Universität mit dem evangelischen Glauben geprägt hat. Zahlreiche Pfarrerinnen und Pfarrer haben später dort Theologie studiert, darunter auch Paul Gerhardt. Von Wittenberg, dem „lutherischen Rom“ ausgehend, hat sich damals nicht nur Deutschland, sondern die Welt geistlich und politisch neu geordnet. Bei einem Gespräch mit der Wittenberger Superintendentin Gabriele Metzner wurden die Herausforderungen benannt, vor denen die dortige evangelische Kirche gegenwärtig steht. Nur noch rund 14 Prozent der Bevölkerung gehören der Kirche an. Die bevorstehende Landtagswahl wird mit Sorge betrachtet, da im Wahlkampf massive Kirchenfeindlichkeit zu spüren ist. „Aber das haben wir ja auch schon zu DDR-Zeiten gekannt und mit Gottvertrauen bewältigt“, meinte die profunde Wittenberger Theologin. Am dritten Konvents-Tag fuhr die Gruppe nach Lübben im Spreewald. Dort verbrachte Paul Gerhardt seine letzten Lebensjahre. Im Chorraum der Lübbener Kirche liegt er begraben. Ilse Schulz, die Vorsitzende des Lübbener Paul-Gerhardt-Vereins, betonte die bleibende Kraft dieser Lieder, die „auch noch nach 400 Jahren den Menschen Trost spenden.“ Auf der Heimfahrt besuchten die Pfarrerinnen und Pfarrer des Backnanger Kirchenbezirks noch Paul Gerhardts Geburtsort Gräfenhainichen und sangen in der dortigen Paul-Gerhardt-Kapelle gemeinsam das Lied: „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit“. Der diesjährige Konvent hat die Pfarrerschaft inmitten gegenwärtiger Umbruchzeiten an die bewahrenswerten Schätze der evangelischen Kirche erinnert.