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Abschied von Pfarrerin Renate Dinda aus Lippoldsweiler

Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde Pfarrerin Renate Dinda nach fast 28 Dienstjahren in der evangelischen Kirchengemeinde Lippoldsweiler in den Ruhestand verabschiedet.

Pfarrerin Renate Dinda und Dekan Rainer Köpf im Eingang der Lutherkirche in Lippoldsweiler

Im Beisein einer großen Besuchergemeinde entpflichtete sie Dekan Rainer Köpf aus ihrem Amt und segnete sie für ihren weiteren Lebensweg. „Habt keine Angst“, das war das Thema der Abschiedspredigt von Pfarrerin Dinda. Sie berichtete, wie sie sich selbst in ihrem Leben diese Ermutigung immer wieder zusprechen musste. Aus Dresden stammend hatte sie nach einer Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin evangelische Theologie in Jena studiert. Als alleinerziehende Mutter war sie noch zu DDR-Zeiten in den Westen „herausgeheiratet“ worden. Ein beruflicher Neuanfang in Hessen misslang zunächst. „Ich ging dann zum Putzen ins Schwäbisch-Haller Diakonissenkrankenhaus.“ Hier in Württemberg gelang jedoch die Aufnahme in den Kirchendienst. Sie berichtete, wie man sie „gewarnt hatte vor den konservativen Schwaben mit ihrer pietistischen Prägung.“ Doch sehr schnell fand sie den Weg zu den Herzen der Menschen. Nach dem Ausbildungsvikariat in Schorndorf und dem unständigen Pfarrdienst in Weinstadt-Endersbach wurde sie als Gemeindepfarrerin in Lippoldsweiler gewählt. „Als ich durch Württemberg gefahren bin, habe ich gesagt: Wo so schöne Kirchtürme sind, da müssen auch gute Menschen leben.“ Pfarrerin Dinda hat es keinen Moment bereut, ins hiesige Dekanat gekommen zu sein. Bei zahlreichen Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen konnte sie Menschen begleiten und ihnen Trost zusprechen. Dekan Köpf sagte bei seiner Entpflichtung: „Sie sind eine hervorragende Predigerin mit hoher Präsenz, Darstellungskraft und klarer Sprache. Mancher könnte meinen, sie haben ein Schauspieler-Gen. Wenn man weiß, dass Frau Dindas Sohn Franz einer der besten Schauspieler Deutschlands ist, könnte man sagen: Es liegt in der Familie. Aber: Sie sind keine Schauspielerin, sondern eine Pfarrerin mit Leib und Seele und mit einer überzeugenden geistlichen Berufung.“ Die hohe Beliebtheit von Pfarrerin Dinda kam auch in den anschließenden Grußworten zum Ausdruck. Regine Gscheidl und Pfarrer Thomas Müller betonten als Vertreter der katholischen Kirchengemeinde Ebersberg die Offenheit und Herzlichkeit, mit der man ökumenisch unterwegs gewesen sei. Auenwalds Bürgermeister Kai-Uwe Ernst hob die zentrale Bedeutung der evangelischen Kirche im Ort hervor. „Hier finden Menschen Orientierung, Trost und Hilfe.“ Die Vertreter des ökumenischen Kirchenchores lobten die Offenheit von Frau Dinda für die Vielfalt der Kirchenmusik. In Renate Dindas Dankesworten spürte man, wie schwer es ihr fiel, Abschied zu nehmen. Sie betete darum, dass ihr die „Dankbarkeit bewahrt werden möge, die sie über all die Jahre in Lippoldsweiler empfunden habe“. Zum Schluss überreichte sie den Lippoldsweiler Kirchenschlüssel symbolisch an Pfarrer Dietmar Schuster. Nachdem die Gemeinde bereits seit einem halben Jahr zusammen mit Ober- und Unterbrüden zur Kirchengemeinde Auenwald fusioniert wurde, ist Schuster nun als evangelischer Seelsorger für ganz Auenwald zuständig, somit auch für die seitherigen Gemeindeglieder von Frau Dinda. Renate Dinda wird in den nächsten Tagen ihre Koffer packen und ins neue Haus nach Pößneck im Süden Thüringens ziehen. Beim Stehempfang nach dem Entpflichtungsgottesdienst flossen manche Tränen, als sich die Gemeindeglieder von ihrer vertrauten Seelsorgerin persönlich verabschiedeten.