Suchet der Stadt bestes
Wieder haben wir in diesen Tagen das Recht und die Pflicht, einen neuen Bundestag zu wählen. Ich bin sehr froh und dankbar, dass wir in einer Demokratie leben können. Deshalb ist es auch wichtig, verantwortliche Frauen und Männer für diese besondere Aufgabe zu wählen. Nicht nur auf Plakaten soll es stehen, sondern das Beste für uns alle soll geschehen.
Bereits in der Bibel finden wir den Auftrag “Suchet der Stadt Bestes und betet für sie...“
Ja, wir haben als Frauen und Männer, Jüngere und Ältere, Bürgerrechte und Bürgerpflichten. Und wenn wir harmonisch in einer Solidargemeinschaft leben wollen, so ist auch ein freundlicher und verantwortlicher Umgang miteinander notwendig.Nur im Miteinander und Füreinander und nicht im Gegeneineinander haben wir eine gute Lebensqualität.
In der Tat ist es so,daß das Beste oft auch gesucht werden muß. Das kann mit Anstrengung und Mühe verbunden sein. Dazu braucht es Sachverstand, gegenseitige Wert-
schätzung und Kraft. Die besondere Kraftquelle liegt in der Beziehung zu dem lebendigen Gott. So lautet der ganze biblische Text in Jeremia 29 Vers 7: „Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen und betet für sie zum Herrn, denn wenn es ihr wohl geht , so geht es auch euch wohl.“
Was zunächst den Verschleppten in der babylonischen Gefangenschaft gegolten hat, gilt auch uns. Selbst wenn die Umstände alles andere als angenehm sind, werden wir aufgerufen, das Beste für unser Gemeinwohl zu suchen. Denn Gott will nicht Resignation oder Euphorie, sondern sinnerfülltes Leben. Ich bin sehr dankbar, in einem Land mit Religionsfreiheit leben zu dürfen. Das ist ein hohes Gut, das wir sorgsam bewahren müssen. Dabei dürfen wir die Möglichkeiten
zum Gebet auf vielfältige Weise nützen. Denn zu jeder Zeit, an jedem Ort und in jeder Situation ist Gebet – das Gespräch mit Gott – möglich. Das ist also die besondere Einladung und göttlicher Auftrag für unser Gemeinwohl zu beten. Dies geschieht in persönlichen Gebeten, Gebetskreisen und Gottesdiensten. Und wir sind aufgerufen, dies vermehrt zu tun in einer Zeit mit komplexen und globalen Herausforderungen. Denn wenn es der Stadt und dem Staat insgesamt wohl geht, so erleben auch wir als Einzelpersonen, Familien und Gesellschaft ein gesundes Wohlergehen. Denn Gott gibt uns diese Zusage: „Jeremia 29 Vers11 Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“
Gotthilf Stein, Pfarrer i.R., Backnang
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