Ein verlässlicher Kompass
Ich bin am Schwarzen Meer aufgewachsen, in der schönen Stadt Varna, Bulgarien. Mein Vater war Koch auf einem Handelsschiff, und eines Sommers nahm er mich mit auf eine Reise. Für mich als Teenager war das ein riesiges Abenteuer! Jeden Tag an Bord gab es etwas Neues und Spannendes zu entdecken.
Ein besonderes Erlebnis hatte ich, als ich auf die Brücke eingeladen wurde, um zu sehen, wie das Schiff gesteuert wird. Bis dahin kannte ich Reisen nur mit dem Auto, dem Zug, dem Bus oder dem Flugzeug – aber das hier war etwas ganz anderes. Der Rudergänger erklärte mir, dass wir, um den nächsten Hafen zu erreichen, einen festen Kurs halten mussten. Dafür nutzten wir den Kompass, nicht einfach nur den Blick auf das Meer. Auf hoher See, wo es keine festen Orientierungspunkte gibt, ist der Kompass unverzichtbar. Schaut man nur nach vorne und lässt sich von den Wellen treiben, kann es passieren, dass das Schiff unbemerkt vom Kurs abkommt. Deshalb muss der Steuermann immer wieder prüfen, ob die Richtung noch stimmt – und wenn nicht, das Ruder nachjustieren.
Genau so ist es auch im Leben. Wer sich nur von dem treiben lässt, was gerade um ihn/ihr herum passiert – von den Stürmen des Alltags und den Wellen des Lebens – kann leicht vom Kurs abkommen. Doch was gibt uns Orientierung? Was hilft uns, auf den richtigen Lebenskurs zu bleiben?
Am Sonntag geht es darum, auf Gottes Wort zu hören. In der Bibel heißt es: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.“ (Hebr 3,15) Gott spricht zu uns – durch die Bibel, durch Menschen, durch Situationen in unserem Leben. Gottes Stimme kann als Orientierung auf unserem Lebensweg dienen. Doch die Frage ist: Hören wir wirklich hin? Oder sind wir so sehr mit unserem Alltag beschäftigt, dass seine Stimme untergeht?
Wenn wir uns bewusst Zeit nehmen, auf Gottes Wort zu hören, bekommen wir neue Orientierung. Es hilft uns, unseren Lebensweg immer wieder zu korrigieren – so wie ein Steuermann den Kurs eines Schiffes überprüft und anpasst. Manchmal driften wir unbemerkt ab, lassen uns von Sorgen, Ablenkungen oder äußeren Einflüssen treiben. Doch Gottes Wort ist wie ein verlässlicher Kompass: Es erinnert uns daran, wohin wir unterwegs sind und gibt uns die Sicherheit, dass wir nicht alleine gehen.
Vielleicht gibt es Momente, in denen wir Gottes Wegweisung nicht gleich verstehen oder in denen wir zweifeln. Doch wenn wir Gott vertrauen, werden wir erkennen, dass Gott uns sicher ans Ziel führt – selbst wenn wir gerade mitten im Sturm stehen. Darum: Öffnen wir unsere Herzen, hören wir auf Gottes Stimme und lassen wir uns von Gott leiten!
Pastor Mihail Stefanov, Evang. Methodist Kirche Backnang
Weitere Wortbeiträge finden Sie hier...