Glaube macht reich!
Ein Sportler, der den Glauben an sich selbst aufgegeben hat, wird im Wettkampf keinen Blumentopf gewinnen. Wer den Glauben an sich selbst verloren, wer sich aufgegeben hat, wird sich mit beruflichem Erfolg oder gelingenden Beziehungen schwertun. Wer dagegen ein gesundes Selbstwertgefühl hat, wer in Erwartung seiner Selbstwirksamkeit lebt, wird Krisen bewältigen können und gestärkt aus ihnen hervorgehen.
Manchmal sagt man: „Ich glaube nur, was ich sehe.“ Doch Unsichtbares wie Liebe, Vertrauen, Wut oder Ärger ist höchst real und wirksam. Glaube macht reich.
Wer nur die Krisen sieht, wird selbst zur Krise. Wenn man Diskussionen in kirchlichen Gremien oder entsprechende Medienberichte verfolgt, dann dominieren dort Themen wie Sparen, Schrumpfen, Stellen reduzieren, Gebäude abstoßen, Rückzug … Geht es bei glaubenden Menschen so spärlich zu?
Glaube ist unsichtbar. Alles Unsichtbare ist unverfügbar – man bekommt es geschenkt oder gar nicht. Glaube macht reich, weil er sich als eine große Kraft erweist. Er bewahrt nicht unbedingt vor Krisen. Aber er stärkt in der Krise.
Glaube macht reich, weil er innerlich stark und widerstandsfähig macht. Weil er mich unabhängig macht von Stimmungen und Stimmen, die mich klein machen. Weil er Gewissheit schenkt in den Veränderungen, die mich verunsichern. Weil er eine gute Nachricht ist in all den schlechten Nachrichten. Weil er mich Vergebung lehrt und Versöhnung auf den Weg bringt. Glaube macht reich, weil er mich mit Menschen verbindet – statt zu trennen.
Glaube ist kein Allheilmittel und keine „lebenslange Garantie“ für Glück, Zufriedenheit und Wohlergehen. Aber Glaube schenkt eine Kraft über die Grenzen des Machbaren hinaus.
Meine Kraft ist begrenzt, mein Leben ist endlich, meine Möglichkeiten sind irgendwann erschöpft. Darum ist ein Glaube besonders stark, der über den Horizont der Grenzen hinaus verankert ist, der in Gott gegründet ist. Jesus konnte Menschen in schweren Krisen mit der Zusage auf die Beine helfen: „Dein Glaube hat dir geholfen.“ Solchen Zuspruch brauchen wir.
Es ist auch unsere Sache, wie wir persönlich, als Kirche oder Gesellschaft damit umgehen. Und so strecke ich mich aus nach einem Glauben, nach einem Anker, nach einem Halt für mein Leben. Und suche dies bei dem unverfügbaren und unvorstellbaren Gott, den mir Geschichten der Bibel vor Augen malen. Hier finde ich Glauben, der mich verbindet mit einer himmlischen Kraft, mit dem Gott des Lebens, mit dem Geist Jesu, der Lebensenergie schlechthin. Glaube macht reich. Und da reicht schon ein Mini-Glaube, so groß wie das sprichwörtliche Senfkorn, um Berge zu versetzen.
Diakon Manfred Zoll, Weissach im Tal (früher Leiter der Kirche Unterwegs)
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