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Die Kraft der Musik

Wo man mit Argumenten oft nicht mehr weiterkommt. Setzen wir dagegen Musik. Musik führt zusammen – über Grenzen hinweg.

Wissen Sie, wann die ersten Audio-CDs vorgestellt wurden? Laut Wikipedia waren es eine CD mit Musik von Chopin und eine CD mit ABBA. Am 17. August 1982. Und ebenfalls am 17. August – nur noch früher: 1960 – gaben die Beatles ihr erstes Konzert unter diesem Namen in Hamburg. Und noch ein Jahr früher erschien das meistverkaufte Album der Geschichte des Jazz: Miles Davis „Kind of blue“.

Das ist nicht nur Musikgeschichte. Das ist für viele Menschen ein Stück ihrer Lebensgeschichte: Chopin, ABBA, Beatles, Miles Davis und viele andere – sie rührten und rühren an Herzen. Mit Musik sind Erinnerungen verbunden, Lebenserinnerungen: Ein Konzertbesuch. Klavier üben (müssen). Mitgrölen. Tanzen. Abfeiern. Der erste Kuss. Trost bei Liebeskummer. Zusammen weinen bei einer Beerdigung. Und und und. 

Musik sagt und kann mehr als Worte allein. Sie ist nicht nur ein Erinnerungsspeicher. Musik wirkt. Martin Luther meinte: „… nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Fröhlichen traurig, die Verzagten herzhaft zu machen, die Hoffärtigen zur Demut zu reizen, den Neid und Hass zu mindern, denn die Musik.“  Das brauchen wir – gerade heute, wo der Hass geschürt wird und zunimmt. Wo man mit Argumenten oft nicht mehr weiterkommt. Setzen wir dagegen Musik. Musik führt zusammen – über Grenzen hinweg. Musik kann uns lockern. Musik kann uns glücklich machen. Musik kann Traurigkeit vertreiben – zumindest eine Zeit lang. Musik macht Hoffnung. Musik kann Tränen fließen lassen. Musik unterstützt Heilung bei denen, die sie hören.

In der Bibel gibt es eine Geschichte von Musiktherapie: Immer, wenn Saul traurig oder wütend wurde und der „böse Geist“ zu ihm kam, spielte David ihm auf der Harfe vor. David war extra dafür geholt worden. Und das half. Mit dem Harfenspiel wurde Saul wieder besser. – Das ist eine alte Geschichte. Doch sie zeigt etwas, was auch heute noch gilt: die Kraft der Musik.

Beim Singen und beim Musik-hören können wir uns selbst vergessen und ganz von der Musik getragen werden. Das ist gut für das Leben und für den Glauben. Denn dann können wir uns ganz vom Strom des Lebens getragen zu fühlen. Dann können wir uns von Gott getragen fühlen – und das ist heilsam. 

 

Pfarrerin Bettina Hoy, Staigacker

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